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Alt 29.09.2009, 13:54   #71
Alex1966
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Stoffwechsel beim Sport


Hallo allerseits,

ich bin neu hier, aber ich lese in diesem Forum schon eine Weile. Dieses Thema finde ich aber hochinteressant, da es hierleider sehr schwierig ist, brauchbare (sprich: plausible und fundierte) Informationen zu finden!

Kurz zu mir: bin 43 Jahre alt, männlich und habe vor 4 Monaten die Diagnose Diabetis Typ 2 in Verbindung mit sehr hohen Cholesterinwerten (400++) bekommen . Mit 105 kg und meinen Ernährungsgewohnheiten auch nicht wirklich verwunderlich, da ich den Sport nur halbherzig wahrgenommen habe (jaja, der innere Schweinehund!)

Die Blutzuckerwerte morgens waren schon im Bereich 180++, so dass mein Hausarzt (wie auch die Spezialpraxis für Diabetis) eigentlich davon ausgingen, dass ich nach 3 Monaten mit Insulin beginnen müsste.

Naja, der Schock saß und ich stellte mir die Frage: und jetzt?

Nee - mein Leben lang spritzen kann nicht sein, da muss was passieren! Aber was? und wie? Ich hatte ja so ganz und gar keine Ahnung bzgl. Diabetis, Stoffwechsel, Ernährung, etc....!! Und geht das überhaupt??

Also bliebt mir nix anderes übrig, als mich zu informieren. Zugegeben, das war alles andere als einfach und letztendlich sehr zeitaufwändig, aber ich denke, dass ich mittlerweile viele Zusammenhänge verstehe und auch umsetzen kann. Das grösste Problem dabei war das Überangebot an Fehl-/Falsch-Information (ca. 90++% ) bei dem die richtigen, wichtigen und sinnvollen Informationen untergingen.

Heute, rund 3,5 Monate nach dieser Diagnose habe ich meine Cholesterinwerte mehr als halbiert (unter 200), mein Langzeitzucker um 25% auf fast normale 6,5% reduziert und meine Blutzuckerwerte sind - bis auf Ausnahmen (!) - im akzeptablen Bereich. Selbst mein Arzt war mehr als erstaunt was ich hinbekommen habe und hat neben dem "weiter so" mir auch die Hoffnung gegeben, dass ich möglicherweise ganz auf die Medikamente verzichten könne

Spannende Frage: Wie habe ich das hinbekommen? (Offensichtlich hat's ja funktioniert!)
  • Vertraue dem gesunden Menschenverstand. Was Jahre gebracht hat um es sich anzufuttern geht nicht von jetzt auf gleich wieder weg!
  • Auch Ärzte haben häufig nur ein gefährliches Halbwissen und vertraue keinem der sog. Ernährung-, Sport- und sonstigen Päpsten. (jaja, damit werde ich mir hier keine Freunde machen )
  • Sorge für eine negative Energiebilanz (m.E. elementar !)
  • Versuche zu verstehen, wie der Körper funktioniert (hilft einem zu verstehen, sinnvolles von sinnlosem zu unterscheiden, und ist selbstverständlich mit etwas Aufwand verbunden)
Eine negative Energiebilanz bedeutet: Energieverbrauch > Energiezufuhr

Also was brauch ich pro Tag: es gibt ja hier einen Thread zu Kalorienrechnern -> bei mir ca. 2400 kcal/Tag (ohne Sport)
und was nehme ich denn so zu mir? Ohjehh, hier kam das bittere Erwachen. Nein, nicht die Zusammensetzung (KH, EW, F) war das Dilemma, sondern letztendelich die Menge (Hmm, so 500g Chashew-Nüsse (entspricht ca. 3000 kcal (!) mal zwischendurch sind wohl nicht gerade - sinnvoll!)

Nach gründlicher Analyse meinerseits und meiner liebgewonnenen Gewohnheiten habe ich folgendes gemacht:
  • weglassen aller süssen Getränke (da kommt den Tag über ganz schön was zusammen)
  • Portionen verkleinern (eine Pizza reicht doch vollkommen, oder nicht?)
  • Keine Diät! Mag ich nicht, wird häufig für vieles Missbraucht (meine Meinung - möglicherweise in hohem Masse irrational )
  • mir die Mühe machen, einmal alles aufzuschreiben, aber ehrlich zu sich selbst sein!
  • Überwindung des innneren Schweinehunds und regelmässig Sport treiben. Dies beinhaltet ein gemischtes Ausdauerprogramm und vor allem ein intensives Krafttraining
  • mindestens 3x die Woche Training (zur Zeit 5 - 6x )
  • Erhalten der Motivation auf lange Sicht da der Rückfall sonst bitter werden wird!
Und was hat das jetzt alles mit Stoffwechsel beim Sport zu tun?

Nunja, bin eben richtig neugierig geworden, da ich das, was ich getan habe nicht immer mit den Reaktionen meines Körpers in Einklang gebracht habe.
Also wieder ins Internet und weitersuchen (auch hier wieder mit den oben genannten Einschränkungen)

Ich habe dazu auch einiges gefunden:
  • Grundumsatz (dr-moosburger.at/pub/pub014.pdf)
  • Energiebereitstellung im Sport (dr-moosburger.at/pub/pub023.pdf)
  • Fettverbrennung im Sport (dr-moosburger.at/pub/pub031.pdf)
  • Fettverbrennungspuls (dr-moosburger.at/pub/pub035.pdf)
Dieses sind nicht unbedingt einfache Gute-Nacht-Lektüren, aber sie beschreiben die genannten Themen sehr anschaulich und nachvollziehbar. Meiner Mentalität kommen sie sehr gelegen, da ich ein wissenschaftlich denkender Mensch bin der mit Aussagen "das ist so weil das so ist" nicht wirklich viel anfangen kann und diese eigentlich kategorisch ablehnt. (Aber keine Sorge, das macht das Leben auch nicht einfacher )

So, das war jetzt ne ganze Menge.
Wer Interesse hat, dem kann ich noch weitere Informationen zur Verfügung stellen.

In diesem Sinne
Gruss Alex

PS: Links darf ich noch keine einfügen, also musste ich diese als Text einfügen!

Geändert von Alex1966 (29.09.2009 um 14:01 Uhr).
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Alt 29.09.2009, 14:08   #72
fussel
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Was du gemacht hast, sind mehrere Schritte auf Low Carb zu

Bei hoeherem Verbrauch durch Sport duerfte sich sogar ueber dem Pi mal Daumen Richtwert von 100g KH/Tag gute Ergebnisse erzielen lassen.

Die Reduzierung von KH ist eben ein vernuenftiger Weg - und keine Diaet.
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Alt 29.09.2009, 14:24   #73
Alex1966
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Zitat:
Zitat von fussel Beitrag anzeigen
Was du gemacht hast, sind mehrere Schritte auf Low Carb zu
Hallo fussel,

nein, nicht wirklich, da sich der Grossteil meiner Kalorienreduktion auf den Fettanteil (Nüsse, Käse, Chips,etc) bezieht und ich nach wie vor meinen heissgeliebten Mohnkuchen (jaja, die lieben Gewohnheiten ) auf dem Speiseplan habe, aber deutlich seltener.

Wie gesagt, 500g Nüsse, oder auch 500g++ Käse Abends mit Trauben waren nicht unbedingt die Ausnahme. Und die Butterbrezel(n) als Schwabe darf man auch nicht vergessen...

Wie gesagt, Mässigung in Verbindung mit intensivem Sport war die (bis jetzt erfolgreiche) Devise

gruss Alex
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Alt 29.09.2009, 14:26   #74
fussel
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Dann hast du aber vorher voll scheisse ungesund gelebt

Ich schrieb doch, es kann ueber 100g KH Erfolg bringen - es muss nur fuer DEINEN Koerper schlecht genug vorher gewesen sein.
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Alt 29.09.2009, 14:38   #75
Alex1966
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Hmm - es war einfach viel zu viel!!

Ich denke mal, dass sich meine tägliche Kalorienzufuhr deutlich im Bereich um 4000 kcal bewegt hat, und dass dabei das bischen Sport - das der innere Schweinehund dann doch nicht verhindern konnte - nicht zu einer nennenswerten Verminderung beigetragen hat.

Hab ja erfolgreich alles ignoriert und letztendlich auch die Quittung dafür bekommen

Zur Info: Bin zur Zeit deutlich über 200g KH/Tag
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Alt 29.09.2009, 14:38   #76
guter
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Lächeln Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Zitat:
Wie gesagt, Mässigung in Verbindung mit intensivem Sport war die (bis jetzt erfolgreiche) Devise
das willst Du auch den rest Deines lebens machen?
was ist denn mit intensivem sport bei längerer krankheit
oder wenn Du mal älter bist?
und für immer einschränken?

sobald Du diese reduzierte/aktivere lebensweise veränderst,
stehst Du wieder vor der diabetesdiagnose mit folgen, oder?
guter ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.09.2009, 14:49   #77
Alex1966
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Zitat:
Zitat von guter Beitrag anzeigen
das willst Du auch den rest Deines lebens machen?
was ist denn mit intensivem sport bei längerer krankheit
oder wenn Du mal älter bist?
und für immer einschränken?

sobald Du diese reduzierte/aktivere lebensweise veränderst,
stehst Du wieder vor der diabetesdiagnose mit folgen, oder?
Grundsätzlich werde ich immer etwas machen müssen, da ich leider auch durch Vererbung mit dem Thema Diabetis Typ2 etwas mitbekommen habe (Vater, Opa haben die selben Symptome)
Wenn ich mit diesen Aktivitäten meine Werte verbessere heisst das nicht automatisch, dass ich gesund bin - leider

Das wichtigste ist letztendlich für mich dafür zu Sorgen, die Motivation langfristig zu erhalten und mich nicht auf den bisherigen Erfolgen auszuruhen. Auch gehört für mich die Ehrlichkeit mit selbst gegenüber dazu, was realistisch und was unrealistisch ist. Ich kann eben mit dem Kalorienmehrverbrauch besser umgehen wie mit einer reduzierten Kalorienzufuhr

Letzendlich - um abzunehmen - habe ich zur Zeit ine negative Energiebilanz von durchschnittlich 3500 kcal/Woche. Dies entspricht ca. 0.5 kg/Woche Gewichtsverlust. Wenn mein Wunschgewicht erreicht ist wird sich das auch wieder normalisieren, d.h. ich kann mir weniger Sport erlauben bzw. auch mal wieder mehr kcal zu mir nehmen.

Ausserdem, geht's mir im Alltag spürbar besser Ich hätte das nie für möglich gehalten und ehrlich gesagt auch niemandem geglaubt.

Geändert von Alex1966 (29.09.2009 um 14:59 Uhr).
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Alt 05.10.2009, 14:17   #78
Radler
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

nun auch mal wieder news von meiner seite:

ich lebe nun schon ca. 4 wochen (mehr oder weniger) ohne KH. es geht mir wunderbar. mein körper hat nun wohl wirklich auf die fettverbrennung umgestellt. letzte woche war ich mal 12h unterwegs mit dem rad. die ersten 8h brauchte ich gar nichts zu essen. dann kam langsam der hunger. dürfte aber wohl normal sein. auch ohne training habe ich nach 8h sicher hunger

ich habe dann in einer käserei 2.5dl halbrahm und etwas käse gekauft. danach ging es dann weiter. ungefähr 3h später habe ich mir nochmals 2.5dl halbrahm reingezogen. das reichte dann wunderbar bis nach hause.

gemäss der pulsuhr habe ich knapp 10'000kcal verbrannt. wie genau das ist? keine ahnung. vielleicht sind es auch 'nur' 8'000kcal. aber egal. zu mir genommen habe ich während der fahrt vielleicht 2'000kcal.

läuft also wunderbar. was mich etwas wunderte war, dass ich trotz des kcal-defizites am nächsten tag praktisch gleich schwer war. getrunken habe ich ja eigentlich auch nicht übermässig während der langen fahrt.

aber macht spass zu sehen, dass man auch ohne kh verdaaaaamt weit kommt.
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Alt 25.10.2009, 14:41   #79
AlpenKiwi
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Ich habe gestern meinen ersten Wettkampf unter Ketose bestritten.
Bin den Schwäbisch Alb Marathon gelaufen. Ein Ultramarathon über die drei Kaiserberge mit 50 km und 1100 Höhenmetern.

Meine Zeit war mit 5 Stunden und 37 Minuten etwas besser als in den letzten 4 Jahren.

In den letzten Jahren habe ich am Vorabend des Laufs immer eine grosse Portion Spaghetti gegessen, dann 1-2 Stunden vor dem Start ausgiebig gefrühstückt (2 Bötchen mit Butter und Marmelade) und während des Rennens viel Wasser und ab km 20 an jeder Verpflegungsstation paar kleine Bananen- und Apfelstückchen oder auch mal etwas Kuchen zu mir genommen.

In diesem Jahr gab es am Vorabend eine halbe Dose Corned Beef und zum Frühstück 1 Paar Landjäger aus Gamswurst. Während des Laufs viel Wasser, 1 Scheibe Ketobrot und bei km 35 einen halben Becher Cola (aus psychologischen Gründen)

Sehr interessant fand ich meine psychische Verfassung in diesem Lauf im Vergleich zu meinen vielen Ultramarathons in den vergangenen Jahren.
Ich war irgendwie "gleichmütiger". Mir fehlte ein ganzes Stück Motivation "alles zu geben" - der letzte Kick noch paar Minuten schneller zu sein, was körperlich sicher möglich gewesen wäre. Und gleichzeitig war der ganze Lauf aber auch wesentlich weniger anstrengend als sonst - ich musste mich kaum "richtig quälen" sondern war insgesamt wesentlich lockerer als sonst.

Mein Fazit: Es läuft sich auch ein Ultramarathon gut ohne Kohlehydrate und selbst nach 2 Litern Erdinger Weissbier alkoholfrei bin ich immer noch in Ketose "dunkel-Lila".


Gruss aus den Bergen

Reiner
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Geändert von AlpenKiwi (25.10.2009 um 21:17 Uhr).
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Alt 25.10.2009, 19:46   #80
fussel
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Frage zum Kohlenhydratabbau bei Sport

Das Weißbier hast du mit dem Nachbrenn-Effekt sicher gleich verbrutzelt
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