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| Ehren-Mitglied Diätart: mach grad Pause Größe: 1.68 Gewicht: hoffentlich schwindend Ziel-Gewicht: 56 Registriert seit: 20.01.2008
Beiträge: 1.424
| Unsere DiätkarrierenHier etwas, was mich ab und zu beschäftigt - so grundsätzlich... Wenn man die Diätkarrieren von den Leuten (im Forum und auch anderswo) anschaut, erkennt man darin immer ähnliche Geschichten mit dem gleichen roten Faden. Es fängt oft schon im Jung-und-wild-Alter an. Obwohl noch geschmeidig wie Heidi Klum nach dem 100sten Kind, aber mit Pickeln übersäht oder mit auftürmenden Komplexen, denkt man: mensch, wenn ich mir diesen oder jene als Freund/Freundin angeln will, MUSS ich doch unbedingt ein Kilo leichter sein. Die meisten Frauen, die ich kenne, wurden in diesem noch zarten Alter das erste Mal mit Abnehmen konfrontiert; und zwar aus offensichtlich unberechtigtem Grund. Später entdeckt man den feucht-fröhlichen Alkohol, die Nächte werden länger, die Abende vor dem Fernseher mit Pralinen und Biscotti ausladender. Man hat den ersten Job, den ersten Stress mit dem A* von einem Chef, die erste Beziehungskrise (noch schlimmer, den ersten richtigen Liebeskummer). Man isst, weil man gefrustet, gestresst oder einfach nur gelangweilt ist, und die Pfündchen sammeln sich an - und scheinen nicht mehr von alleine wegzugehen. Meistens versucht man dann, wieder mal eine Diät zu machen. Die schönen, verführerischen Bilder der Modeindustrie (oder auch die viel schöneren Beine der Freundin Lilly oder der tollere Bizeps des Kollegen Toby), verleiten einem dazu zu glauben, dass das eigene Leben viel unkomplizierter, freier und toller wäre, wenn man wenigstens dünn wäre. Das savoir-vivre wird dann mit Abnehmkuren immer wieder mit der disziplinierten Vorstellung von einem besseren Selbst eingetauscht. Vielleicht könnte man das "eingestaucht" auch ummodellieren zu "eingeTÄUSCHT". ![]() Nach jeder ausprobierten Diät, entdeckt man eine neue ausgefeilte Taktik und denkt, dass genau DIESE der Schlüssel zum langersehnten Erfolg ist. Manchmal gelingt es auch, die gesteckten Ziele zu erreichen, doch sobald die nächste kleinere Lebenskrise eintrifft, geht's wieder bergab. Der kleine Schuldenberg, weil man sich zwei Prada-Jeans zu viel gekauft hat, die Nachschichten im Krankenhaus, das herzallerliebste Baby, die Börsenzahlen, die fremdgehende Freundin, das Nichtrauchen - alles ist nervlicher Stress und plustert die Fettzellen wieder auf, und man ist da, wo man schon war. Und - zugegeben - man fühhlt sich dann wie ein kleiner Versager, der es wieder mal nicht gepackt hat. Würde daher das Abnehmen nicht viel besser funktionieren, wenn die Motivation von unserem klugen Geist statt von der cleveren Diätmethode käme? Wären wir nicht alle schlank und rank, wenn wir anstatt der Kalorien unser Leben umstellen würden? Ich persönlich finde Ja, aber leider bin auch ich ein wenig gefangen in diesem Hoffnungsstrudel, der besagt, wenn ich jetzt diese oder jene Kur mache, bin ich dünner und alles ist besser. Nur manchmal, da kann ich auch ein wenig über mich selbst lächeln und den Kopf schütteln... Gerade heute habe ich so ein Lächel-Tag, aber dennoch - Atkins goes on! Geändert von Julie_B (26.01.2008 um 08:22 Uhr). |
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| | #2 |
| Ehren-Mitglied Registriert seit: 14.10.2007
Beiträge: 4.602
| Unsere Diätkarrieren Interessant. Unter anderem auch, dass du deine Gedanken an einem "guten" Tag in die Frustecke stellst Mein Papa, der selbst recht "umfangreich" ist und den das nicht die Bohne stört, meckert immer darüber, dass alle - in diesem Fall bin ich gemeint -der Werbeindustrie und dem Schlankheitswahn hinterherrennen, als wenn das Leben davon abhinge. Ich möchte euch einige Begebenheiten erzählen, die mich zum Nachdenken angeregt haben. Letzte Woche stand ich in einem Klamottenladen auf der Hamburger Mönckeberstraße. Einige Meter von mir entfernt stand eine Verkäuferin mit dem Rücken zu mir. Knallenge Jeans, Stiefel, enger Rolle. Knackarsch, tolle Beine...beneidenswert dachte ich, wenn ich doch mal auch so aussähe...und dann hat sie sich umgedreht. Natürlich kann ich mir in keinerlei Hinsicht ein Urteil über ihre Persönlichkeit erlauben, möchte ich auch nicht, aber ihr Gesicht war schlicht hässlich! In dem Moment dachte ich, dass ich eigentlich gar nicht mit ihr tauschen möchte! Ich habe eine Kollegin. Sie ist ungefähr 1.68 m groß und wiegt 75 kg. Damit ist sie nicht gertenschlank aber normal würd ich sagen. Keinesfalls auffällig. Sie ist mit sich und ihrem Körper völlig im Reinen, fühlt sich wohl, isst alles und das in normalem Maße. Ich bin nun ein bisschen kleiner und leichter aber habe eine ähnliche Figur...und bin todunglücklich damit. Ich bewundere Sie, dass sie sich so wie sie ist, akzeptiert und zufrieden ist! Eine meiner langjährigen Freundinnen war immer recht schlank. Größer als ich, weibliche Figur, tolle Beine...es gab eine Zeit, da ging es ihr recht schlecht, weit weg von zuhause und Freund, insgesamt unglücklich und dann hat sie sich gute 15 Frustkilos draufgefuttert. Sie war nicht nur dick, sie sah auch unglücklich aus. Irgendwann ging es ihr wieder besser und sie fing an abzunehmen, rapide, ich weiß nicht wie. Plötzlich war sie dünner als je zuvor. Dann nahm sie wieder ein paar kilo zu und ist jetzt schön schlank und sieht toll aus. Sie hält das Gewicht auch. Nun hat sie seit einigen Monaten einen Freund, der mal ein altes - dickes - Foto sah und sagte "Wenn du wieder so aussiehst, mach ich Schluss". Jeden Morgen, wenn ich zur Arbeit gehe, kommt mir ein sehr dicker Mann entgegen. Er hat fast keinen Hals mehr und hat fürchterliche X-Beine...und jedesmal denke ich "Wie schrecklich sieht das aus, wie konnte es nur so weit kommen, ob der wohl glücklich ist?" Vor zwei Wochen habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Schon Tage vorher habe ich mir Gedanken gemacht, was ich wohl anziehe...schließlich werden ja Fotos gemacht und außerdem sollen die anderen nicht denken "das quillt ja alles raus". Nun, zum einen mögen mich meine Freunde auch mit mehr kilos (genau wie ich jeden meiner Freunde liebhab, egal wie es um´s Gewicht steht) und dann habe ich ein Foto gesehen, auf dem ich von hinten zu sehen bin und dachte: so schlimm ist es ja gar nicht. Gut, noch einige kilos to go aber ich bin ja gar kein Walross. Wie weit darf schlank oder nicht-schlank unser Leben beeinflussen? Wer unglücklich mit seinem Gewicht ist und etwas dagegen tut, das ist toll - unabhängig ob es 5 oder 25 kg sind, die runtermüssen. Dennoch sollten wir versuchen zu akzeptieren, dass jeder - ob dünn oder dick - als Mensch in seiner Einzigartigkeit wertvoll und unersätzlich ist. |
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| | #3 |
| Ehren-Mitglied Diätart: mach grad Pause Größe: 1.68 Gewicht: hoffentlich schwindend Ziel-Gewicht: 56 Registriert seit: 20.01.2008
Beiträge: 1.424
| Unsere Diätkarrieren Hallo Mee! (und schon wieder treffen wir uns in einem Thread Deine Geschichten kommen mir sehr bekannt vor.... Zum einen möchte ich dazu sagen - es ist immer schwierig zu sagen, ob man das eigene Gewicht lieber akzeptieren sollte oder ob man der eigentlichen Ursache für die Pfunde auf den Grund gehen sollte. Zum ersteren: Kennt jemand den Film "Spanglish"? Da hat die Hauptdarstellerin mal etwas gesagt, was mich total beeindruckte. Sie (Südamerikanerin) redet über die amerikanischen, erfolgreichen Frauen und sagt so in etwa: hierzulande will jede dünn sein, rackert sich mit Laufen und im Fitnessstudio ab, zählt jede Kalorie, weil sie Angst haben, richtige Frauen mit Rundungen zu sein; sie haben richtig Horror vor ihrer eigenen Weiblichkeit. Ich fand das herrlich, denn manchmal frage ich mich auch, warum wir "westlichen" Frauen, auch in Europa, alle so androgyn werden wollen, so kantig oder gar wie ein Gerippe. Denn jede Frau, die ich kenne, die nur ein wenig Übergewicht hat und sich nicht daran stört, strahlt nämlich eine Sinnlichkeit aus, die ganz Dünne gar nicht haben können. Andererseits steht eben das Essen aus meiner Sicht gar nicht nur für das Äussere, denn wer ständig ungesund isst, viel Zucker und Schokolade konsumiert und sich dabei elend fühlt, macht das ja deshalb, weil er damit etwas kompensiert. Das hat dann nichts mehr mit dolce vita zu tun, sondern mit einer Essform, die kurzfristig Frust und Stress mindern kann. Und da fragt es sich eben, ob es nicht besser wäre, wenn man mal grundsätzlich überlegen würde, was einem denn im eigenen Leben nicht gefällt und was man daraus ändern könnte. Ich kenne in meinem Umfeld 3 Frauen, die mal sehr dick waren. Und klar, sie haben, um abzunehmen auch ihr Kaloriendefizit eingehalten. Aber letztendlich war es nicht der Grund, warum sie abgenommen haben. Alle 3 haben ihr Leben total auf den Kopf gestellt. Eine davon hat ihren Job an den Nagel gehängt (einen Job, den sie schon lange hasste) und ist ausgewandert. Die zweite hat sich von ihrem "ungesunden" Freund getrennt und ist danach total aufgeblüht, und die Dritte (vorher immer die total graue Maus und Stubenhockerin) ging aus sich heraus (noch bevor sie abgenommen hatte) und wurde viel unternehmungslustiger und aktiver. Bei allen drei verlief also ihre Diät parallel zu den Veränderungen in ihrem Leben und nicht erst danach (wie viele sich das vorstellen). |
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| | #4 |
| Entdecker/in Diätart: LOGI Größe: 182 Gewicht: 74,5 Ziel-Gewicht: 67 Alter: 25 Registriert seit: 30.08.2006
Beiträge: 41
| Unsere Diätkarrieren Finde ich toll, was ihr hier schreibt. Auf der einen Seite ist man selbst mittendrin in diesem ganzen Schönheitsideal-Wahn und auf der anderen Seite greift man sich an den Kopf, dass man das eigene Wohlfühlen so über das Gewicht definiert..... Und eigentlich ist es erschreckend, denn mir gehts wirklich besser, wenn die Waage weniger anzeigt, wenn das Bäuchlein zurückgeht. Und das obwohl ich nie unter Minderwertigkeitskomplexen gelitten habe oder ähnliches. Auch von meinen Eltern wurde ich immer sehr in dem bestätigt, was ich bin. Da fragt man sich: woher kommt das? Ich denke aber mit Atkins oder Low Carb im allgemeinen bewegen wir uns in eine richtige Richtung, denn wir leben damit ja auch gesünder, oder? Und Fressattacken sind meine Meinung nach etwas, wo unsere KH-reiche Ernährung massiv schuld ist, denn bei LC gehen diese ja deutlich zurück! Ich erinnere mich noch daran, als ich so mit 13 oder 14 immer zunehmen wollte, weil ich so ein Strich in der Landschaft war und alle Freundinnen schon deutlich mehr Rundungen hatten - das waren noch Zeiten.... na wenigstens die Rundungen hab ich jetzt, und die will ich auch nicht missen! Auf die Weiblichkeit! |
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| | #5 |
| Bewohner/in Diätart: Atkins Phase 2 Größe: 167 Gewicht: 71 -> 58-60 Körperfett: ??? Ziel-Gewicht: 54 Alter: 33 Ort: Österreich Registriert seit: 22.03.2007
Beiträge: 648
| Unsere Diätkarrieren Ha, wirklich wieder ein Thread, wo sich die gleichen treffen..... Das Thema Diät-Karriere ist wirklich ein wunder Punkt bei mir. Gerade vor kurzem, als ich wieder die 59kg erreicht habe (tjatja, Weihnachten..) musste ich daran denken: Ich war 15, schon so "groß" wie jetzt und eben 59kg schwer, mein erstes Jahr in der Oberstufe und wir mussten beim Schularzt antanzen. Der hielt dann meiner Freundin (gleich groß, etwas über 60kg) und mir eine Standpauke, dass wir wohl auf unser Gewicht achten müssten und über die Gefahren von Übergewicht usw. Nicht, dass das ein besonderer Tiefpunkt meines Lebens gewesen wäre, aber die Situation hatte etwas derart Absurdes an sich, dass ich in letzter Zeit oft daran denken muss. |
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| | #6 |
| Ehren-Mitglied Diätart: mach grad Pause Größe: 1.68 Gewicht: hoffentlich schwindend Ziel-Gewicht: 56 Registriert seit: 20.01.2008
Beiträge: 1.424
| Unsere Diätkarrieren Was war denn DAS für ein Hausarzt, Barbara? War das der Gatte von Twiggy, oder wie? Also sowas, echt! |
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| | #7 |
| Ehren-Mitglied Registriert seit: 14.10.2007
Beiträge: 4.602
| Unsere Diätkarrieren Sowas hätt ich auch vermutet...unmöglich. Gerade so junge Dinger sind doch noch anfälliger als Erwachsene...man man man... Julie, den Film Spanglish kenn ich nicht -bin aber auch ein Film-Muffel....werd mich heut abend nochmal äußern. muss jetzt arbeiten.... |
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| | #8 |
| Bewohner/in Diätart: Atkins Phase 2 Größe: 167 Gewicht: 71 -> 58-60 Körperfett: ??? Ziel-Gewicht: 54 Alter: 33 Ort: Österreich Registriert seit: 22.03.2007
Beiträge: 648
| Unsere Diätkarrieren Das war unser Schularzt, eben ein richtiges Herzchen. Alles was neu in der Schule war, wurde dem vorgeführt - Sinn war glaube ich, die Kids auf Haltungsschäden, nötige Brillen oder Zahnspangen u. a. hinzuweisen. Heute würde ich ihn auslachen, aber mit 15? |
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| | #9 |
| Ehren-Mitglied Diätart: mach grad Pause Größe: 1.68 Gewicht: hoffentlich schwindend Ziel-Gewicht: 56 Registriert seit: 20.01.2008
Beiträge: 1.424
| Unsere Diätkarrieren Ja, das ist schon negativ prägend! ...und einfach eine bodenlose Frechheit |
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| | #10 |
| Bewohner/in Diätart: Dukan freestyle Größe: 158 Gewicht: siehe Ticker Körperfett: jenseits von Gut und Böse Ziel-Gewicht: 55kg Alter: 34 Ort: Wilder Süden Registriert seit: 28.01.2008
Beiträge: 663
| Unsere Diätkarrieren Das ist wirklich der Knaller. Mich hat am meisten getroffen in jungen Jahren, daß mein Reitlehrer mich Fettmops nannte, dabei war ich gar nicht so dick als Kind. Naja, danach habe ich den Reitverein gewechselt.
__________________ 9. Januar 2012 Start Dukan ![]() Beste Grüße! |
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