Verursacht ketogene Ernährung Diabetes?

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Erzidax

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Hallo zusammen,

ich bin mal wieder über die Behauptung gestolpert, ketogene Ernährung würde das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, erhöhen, weil sich eine Insulinresistenz entwickeln würde. Ich verlinke hier mal zwei Artikel dazu. Vielleicht kennt sich ja jemand besser damit aus und kann das besser beurteilen als ich, das würde mich freuen.

https://kurier.at/wissen/studie-erhoeht-ketogene-ernaehrung-das-diabetes-risiko/400084712
https://www.fitforfun.de/news/inner...oge-rechnet-mit-der-keto-diaet-ab-348044.html
 

tiga

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Hui, was für ein Unsinn. Da werden wieder mal Sachen wild durcheinander geworfen.

Insulinresistenz: Durch anhaltend hohen Insulinspiegel lässt die Wirkung des Insulins nach, da sich die Zellen an die hohen Insulinpegel gewöhnen.

Ketogene Ernährung führt aber zu dauerhaft niedrigen Insulinspiegeln. Wenn es keinen erhöhten Blutzucker mehr gibt, wird auch kaum noch Insulin produziert. Die Folge ist ein dauerhaft geringer Insulinspiegel, der dann in einer normalisierten Blutzuckerantwort endet.

Sowohl bei einer Insulinresistenz, wie auch bei langjähriger ketogener Ernährung kann es aber dazu kommen, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr so schnell reagieren kann, wenn der Blutzucker mal plötzlich ansteigt. Dies hat aber zwei ganz unterschiedliche Ursachen:
1. Bei einer Insulinresistenz ist die Bauchspeicheldrüse praktisch immer am Limit und kann einfach nicht mehr Insulin produzieren.
2. Bei langjähriger ketogener Ernährung ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr im Training und kann deshalb nicht mehr schnell größere Mengen Insulin produzieren.

Das Erste ist ein bedenklicher Zustand, bei dem das System kurz vorm Kollaps steht. Das Zweite ist nur fehlendes Training, da genau diese Eigenschaft bei ketogener Ernährung nicht gefragt ist.
 
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Das Zweite ist nur fehlendes Training, da genau diese Eigenschaft bei ketogener Ernährung nicht gefragt ist.

Bei Atkins For Life kommt das sozusagen nicht vor, da die KH-Menge der jeweils persönlichen KH-Schwelle nach oben angepasst wird. Da kann Ketose zT noch mit 100g langsamen KH und mehr stabil bleiben, je nach Person und deren Stoffwechsel und Bewegung.

Dann gibts noch Flexi-Ketose, bei der auch gerne mal über die normalen KH-Grenzen gegangen wird und der Körper eben dauerhaft beides macht, nämlich Insulinproduktion und Ketone. Er hat gelernt, dass der Körperinhaber mal dies und mal das tut und so hält er beide Wege zur Sicherheit aufrecht. Denn wenn erstmal einer "nicht mehr im Training" ist, dann wird der eingemottet und auch die beteiligte Darmflora und die daraus resultierenden notwendigen Postbiotika verabschiedet sich. Was langfristig nicht hilfreich ist, da dann auch das Immunsystem schwächelt.
 

Erzidax

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Danke für eure Antworten. Das war sehr hilfreich. :)
 
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Was es nicht alles gibt!!!

Thonon-Diät, Max-Planck-Diät, etc. und am Ende doch nur alles Keto in Variationen, meist mit viel Eiweiß.
Es ist wohl gut Geld damit zu machen...

 

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