Frage zu Fett und Stoffwechsel

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Julie_B

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Ich habe nun sehr viele Themen im Forum durchgelesen, aber etwas scheint mir immer noch nicht klar wenn nicht gar widersprüchlich:

Einerseits besagt ja die Theorie, dass bei KH-loser Ernährung das Fett vom Körper quasi als Ersatz gebraucht wird. Das heisst, der Körper braucht also jene Reserven (Fettdepots) auf, die wir auch sehr gerne loswerden wollen.

So viel ist mir noch sonnenklar. ;)

Weiter heisst es, soll man genügend Fett zu sich nehmen, weil der Stoffwechel sonst auf der sogenannten Sparflamme läuft; heisst, der Körper stellt sich dann auf die verminderte Menge an Kalorien und Fett ein und nimmt nicht weiter ab (= Stillstand).

Andererseits habe ich mehrfach gelesen, dass man trotz den hochgelobten, "guten" Fetten doch nicht allzu viel zu sich nehmen soll, vor allem wenn man mit ketogener Ernährung viel abnehmen möchte. Das Fett, das der Körper bereits in den Fettzellen gespeichert hat, wird schliesslich erst dann als Glukose-Ersatz genommen, wenn die Fette aus der Nahrung aufgebraucht sind. Folglich, wenn man ZU viel Fett isst, bedient sich der Körper als KH-Ersatz nur an den Fetten, die wir täglich essen und nicht an den Vorräten (Speckrollen).

Und nach diesen beiden Aussagen (die ich mehrfach gelesen habe), frage ich mich:
WAS DENN NUN?

Laut diesen Aussagen, besteht da ein grosses Dilemma:
Esse ich genügend Fett, nehme ich nur langsam bis vielleicht nichts ab, weil das überschüssige Fett dann doch auf meinen Hüften landet.
Esse ich zu wenig fett, sinkt mein Grundumsatz auf ein Minimum und das Gewicht stagniert.



Nach meiner eigenen Logik müsste man doch genau so viel Fett essen, wie der Körper täglich (auch im Normalzustand) braucht, und den Rest (wegen des KH-Mangels) holt er sich aus den Reserven. Folglich dürften auch nur jene, die Atkins als Ernährungsphilosophie betrachten und immer danach leben wollen, fettreich essen (sprich, solche, die ihr Traumgewicht bereits erreicht haben). Und die anderen, die in einer gewissen Zeitspanne Gewicht verlieren möchten, sollten nicht mehr Fett essen als sonst.

Die Frage ist dann nur: wie viel Fett ist für Abnehmwillige noch akzeptabel?
Bzw. wie viel Fett ist ein Muss, damit der Mensch noch gesund bleibt?


Und ausserdem: wie halte ich die Kalorienmenge gemässigt, wenn ich mittelmässig viel Fett und kaum KH esse? (Ich kann ja pro Tag nicht 6 magere Putenschnitzel und 4 fettlose Lammnierstücke runterwürgen, mal so als Beispiel...)


Ist hier jemand bereit, mich von diesem Dilemma zu befreien? :confused:

Danke und Gruss,
Julie
 
Solange du insgesamt ein DEFIZIT hat, kannst du gar nicht zu viel Fett essen ;-)

Das was an Energie fehlt, wird sich der Körper aus den Fettdepots holen. Weil ja immer reichlich nachfolgt, spart er somit nicht.

100g Eiweiß am Tag sind meist völlig ausreichend.
 
Öhm...sorry...liegt wahrscheinlich an mir...aber so ganz verstehe ich dein Dilemma nicht...:(

Generell kann ich sonst nur sagen, dass jeder Körper anders ist und du ür dich selber rausfinden musst, was für deinen Körper am besten funktioniert...:)

Die Hauptsache ist wirklich, dass du, wenn du Atkins machst, genügend Fett zu dir nimmst..bei mir persönlich funzt es am besten wenn ich ca. 75-80% der Kalorien aus Fett zu mir nehme...so geht der Körper großzügiger mit den Reserven um, da keine Notsituation entsteht :)
 
@fussel

"wenn immer reichlich nachfolgt, spart er nicht"
Aber da frage ich mich eben gerade, was mit dem Fett passiert, das ich esse, wenn sich der Körper dann vom überschüssigen Fett ernährt?
Wird das einfach so ausgeschieden, ohne dass der Körper dies verwertet?


@Dogma

Wenn jeder individuell wäre, wie du sagst, dann würde ja dieses Prinzip gar nicht aufgehen.
Mir ist einfach nicht klar, wie das mit dem verwerteten Fett funktioniert.
Und zweitens bin ich ja auf diese Idee mit dem Dilemma überhaupt nur deshalb gekommen, weil er hier im Forum total unterschiedliche Meinungen gibt.
Die einen finden, man solle wirklich viel Fett zu sich nehmen, DAMIT man abnimmt; wiederum andere meinen, man solle sich doch zurücknehmen, wenn man abnehmen will.

Es geht mir ja jetzt nicht um meine persönliche "Fettgrenze". Ich verstehe nur das Prinzip nicht ganz.

Schlussendlich läuft meine Frage ja darauf hinaus, warum der Körper zusätzlich Fett braucht, wenn er dies doch von den Reserven holen soll.
Denn wenn körpereigenes Fett umwandeln soll, dann muss ich ihm ja nicht noch zusätzlich Fett zuführen, weil er sonst dieses verwertet und nicht mein Fett auf den Hüften.

Ist das so klarer ausgedrückt?
 
Du musst dem Körper zeigen, dass er keinen Grund hat zu bunkern...solange es eine stetige Fettzufuhr gibt, wird der Körper das Fett auch 'loslassen'.

Aber hier muss ich einen Kumpel von mir zitieren, der Personal Coach ist
"Wenn du mehr drüber nachdenkst, wie du etwas machst, anstelle es zu machen, dann machst du was falsch!"

Probier es einfach aus...hier gibt es so viele Leute und so viele verschiedene Ernährungsformen - und alle funktionieren, wenn sie richtig angewendet werden.

Mach es einfach und du wirst sehen wie gut es dir tut.
 
Wenn du kein Fett isst, rückt der Körper nur unter Zwang mit seinen Reserven raus, er geht auf NOTversorgung und baut leiber energiefressende Muskulatur ab.
Fett ist lebensnotwendig.
Mit der Nahrung kommt es in die Verwertung, wird aufgespalten und wird, während es im Blutkreislauf ist, verwertet. Nahrungsfett kann auch mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Das ist auch damit gemeint, der Körper spart nicht. Er bunkert auch nicht, wenn genug kommt. Deshalb soll man ja den Grundumsatz nicht unterschreiten und ein moderates Defizit machen.

Selbstverständlich würde der Körper auch an die Fettreserven gehen, wenn man nichts isst - das wäre dann aber langsames Verhungern und reichlich ungesund.

Solange du täglich weniger Energie isst, als dein Stoffwechsel verwerten kann, hast du ein DEFIZIT. Nur SO funktioniert es.
Theoretisch könntest du dich nur von Öl ernähren, aber nicht lange, weil Eiweiß und somit ein Grundbaustoff fehlt. (Von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen reden wir mal nicht...)
 
Wenn du kein Fett isst, rückt der Körper nur unter Zwang mit seinen Reserven raus, er geht auf NOTversorgung

Ich glaube, genau diese Aussage erscheint mir sehr seltsam...
Warum rückt er denn nur unter Zwang Reserven raus, WEIL man kein zusätzliches Fett ist?

(Excusé, gell, ich frag dich da Löcher in den Six-Pack>:), aber ich will's eben wissen)

Und auch noch zur Beruhigung: ich habe ja auch gar nicht vor, besonders wenig Fett zu essen.
Ich muss nur ein Prinzip sehr gut verstehen können, sonst wurmt mich das noch tagelang ;)

Und danke übrigens für die Antworten!
 
Wenn du etwas sehr notwendiges nicht mehr ausreichend bekommst (Geld zBsp.) wirst du das vorhanderne Sparguthaben gut hüten, oder?
Der Körper kennt keinen Kredit.

Isst man also ausreichend Fett, benötigt der Körper keine weiteren Fettpolsterreserven, Da die nur belasten und auch ernährt werden müssen, werden sie halt reduziert.
 
Schöner Vergleich fussel :)

Überleg doch mal...der Körper hat keinerlei Interese daran, energieaufwendige Muskulatr zu erhalten, sondern er will den Notspeicher Fett voll halten.

Aber wenn er regelmäßig genügend Fett erhält, geht er großzügig mit den Reserven um, da die Versorgung sichergestellt ist. :)
 
Also danke zunächst für eure Antworten!

(und guten Morgen übrigens...)

So wie ihr das sagt, klingt es für mich wirklich logisch, muss ich zugegen.
Doch die andere These, dass überschüssiges Fett wieder auf den Hüften landet, scheint mir genau so logisch.

Hat aber vermutlich auch damit zu tun, dass ich die letzten 2 Jahrzehnte dachte, Fett sei ein Feind. Da brauch ich wohl eine Weil, um umzudenken :rolleyes:

Vermutlich werde ich mir auch noch ein Buch kaufen.
Mich interessieren diese genauen Vorgänge im Körper sehr, jetzt nicht nur aufs Abnehmen bezogen.
Ist doch interessant, wie anders unser Organismus und Stoffwechsel funktionieren kann, wenn man ihn nur trainiert, nicht?

Huch, ich habe heute morgen wieder mal ein rigoroses Proteinflash von meinen Eiern und dem Speck!

Gruss mit zittrig enthusiastischer Hand >:)
Julie
 
ich denke mal auch..
wir haben den koerper schon seinen ALTEN hauptenergietraeger genommen die kh

fuer ihn ist nun fett sein lebenselexier ...sparst du nun damit dann ist es fuer den koerper wie eine lebensbedrohliche situation..
denn er brauch nun fett statt kh fuer muskel und gehirn nahrung
aus eiweiss kann er das nicht gut machen...

nimmst du ihm das fett geraet er in panick...

mit atkins und lowfat kann er nicht gut leben...


gruss andre
 
Hallo André!

Kannst du mir denn noch sagen, wie viel Fett der Mensch braucht, um die fehlenden Kohlenhydrate zu ersetzen, und ab wann auch das Fett überschüssig ist?

Gibt es da eine Formel "Fett pro Kilo Körpergewicht"?

Im Atkins-Buch habe ich darüber nichts gefunden.

Grüsschen,
Julie
 
Der Körper braucht ENERGIE.
Was bleibt denn an Nährstoffen, wenn man nicht mit zuviel Eiweiß die Nieren belasten will?
Und diesen Rest über 100g EW nimmst du als Fett zu dir. So einfach ist das.
Geh von deinem Bedarf an kcal aus und schon hast du deine beiden Mengenwerte.

Der vermutete Bedarf an Fett liegt so bei 60g pro Tag. Ist bei ner ketogenen Diät ja wohl kein Problem, oder?

Was du zuwenig isst, wird der Körper aus seinen Reserven holen, wobei zu bedenken bleibt, dass die Sparfunktion auftritt.
 
Fussel, du verwirrst mich!

60 Fett! Ist das nicht eher zu wenig?

Nehmen wir mal an, ich esse 60 Gramm Fett pro Tag (das macht dann ja wohl summasummarum 540 Kalorien).
Und sagen wir auch noch zirka 50 Gramm aus Protein.

Woher nehme ich denn die restlichen Kalorien her, wenn keine KH's esse?

Und am Schluss schreibst du ja genau das, was ich ursprünglich als Dilemma bezeichnet habe:

Dann DÜRFTE ich ja gar nicht mehr Fett essen als diese 60 Gramm, weil der Körper sonst keine Reserven aufbraucht.

Aber WENN ich es doch so mache, dann stellt er auf Sparfunktion, weil ich nämlich mit diesen 60 Gramm Fett niemals jene Kalorien esse, die ich brauche (und die mir einen Jojo-Effekt herzaubern).

Esse ich genügend Fett (sagen wir 80-90 Gramm pro Tag), nehme ich nicht mehr ab, weil der Körper das Fett braucht, das ich täglich einnehme (anstatt das Fett auf den Hüften)



Doch vielleicht geht es hier wirklich um eine falsche Vorstellung meinerseits, was die Mengen anbelangt.
Es ist zu hoffen, dass mein Körper mit meinen 80 Gramm Fett pro Tag noch nicht zufrieden ist und sich für den Rest aus den Depots Fett holen muss.

Daher meine Frage nach wieviel Fett braucht der Körper dann täglich, um die KH's zu ersetzen.

Gell, ich bin ein ganz sturer Hund in dieser Frage... :lol:

Vielen lieben Dank an euch! und verzeiht mir meine Schwerbegriffigkeit :rolleyes:

Julie
 
Zuletzt bearbeitet:
Wer sagt denn, dass man nicht mehr als diese 60g Fett essen darf, das ist die Mindestmenge.

Wir reden offensichtlich aneinandner vorbei.

Wenn dein Gesamtumsatz 2500kcal ist und du nur 2200kcal zu dir nimmst und dein Körper weiterhin fleißig 2500 verbrät, nimmst du ab.
Das hat mit den 60g Fett doch nichts zu tun.
 
Fussel, du verwirrst mich!

60 Fett! Ist das nicht eher zu wenig?

Esse ich genügend Fett (sagen wir 80-90 Gramm pro Tag), nehme ich nicht mehr ab, weil der Körper das Fett braucht, das ich täglich einnehme (anstatt das Fett auf den Hüften)

Oh man, jetzt bin ich ja beinahe hinten über gefallen...60 g pro Tag...hab bisher ausschließlich auf KHs geachtet und gestern zum ersten Mal überhaupt die anderen Werte ausgerechnet, hab deutlich mehr (so 150-160 g Fett).

Jetzt interessiert mich natürlich, wo MEINE persönliche Grenze liegt...nehme momentan nicht gut ab - hat aber auch mit Zyklus und so zu tun denk ich - aber vielleicht ist´s doch zuviel insgesamt? Liege Kalorienmäßig zwischen Grund- und Gesamtumsatz.

Wie krieg ich das denn jetzt raus?
 
Wichtig ist NICHT die Fettmenge, sondern die Gesamtkcal, die man isst - im Verhältnis zum Gesamtumsatz.
Da man nicht so viel Eiweiß braucht und zuviel ungesund ist, bleibt eben ne Menge Fett fürs Essen übrig.

Mehr als 400-600kcal Defizit sollten ohne Stoffwechselverlangsamung funktionieren, kommt aber auch auf das Gewicht der Person an.
 
Morgen zusammen!

Also langsam werd ich klar im Kopf... >:)

Wenn ich das richtig verstehe, sollte man schon ein Kaloriendefizit haben, muss aber nicht auf die Fette achten, sondern dafür sorgen, dass innerhalb der gegeben Kalorienmenge am meisten Fette enthalten sind, damit der Körper nicht wieder aus der Ketose rausfliegt.

Und ich nehme dann durch das ckal-Defizit ab (wie bei anderen Diäten auch), nur dass ich mich viel fitter und länger satt fühle.

Ist das richtig so?

Das käme zwar nicht der Aussage von Atkins überein, dass man nicht auf Kalorien achten soll, aber na ja...

Ich glaube eh nicht, dass man sooo viel abnimmt, wenn man die Atkins Diät wirklich nach Plan macht (ausser dann, wenn man wirklich enorm viel Übergewicht hat).
Aber in meiner Grössenordnung muss man wohl doch ein wenig auf Kalorien achten, da ohne Defizit keine Abnahme.

Gruss,
Julie
 

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