Umgang mit komplexen Systemen

Dieses Thema im Forum "Wissenschaft" wurde erstellt von Düsentrieb, 3. September 2019.

  1. Düsentrieb

    Düsentrieb Stamm Mitglied

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    Es kommt immer wieder vor, dass sich Studienergebnisse zu widersprechen scheinen und dass diese Widersprüche nicht auf schlechte Studienqualität zurückzuführen sind.

    Irgendwie muss in diesen Fällen beides wahr sein können.
    Wie zum Teufel soll das aber möglich sein ?!?

    Zum einen sind die Menschen nun mal nicht identisch. Ein Teil der Widersprüche kann daher mit diesen individuellen Unterschiede erklärt werden. In diesem Fall muss der einzelne erst mal herausfinden, zu welcher Gruppe er gehört.
    Dieser Kategorie ordne ich die Diskussionen rund um die Umwandlung von Proteinen zu Glukose und zum Effekt von Proteinen auf die Insulinproduktion zu. Auch den Einfluss von Süssstoffen auf die Insulinproduktion oder ob und wie schnell Zucker süchtig macht oder nicht ordne ich dieser Kategorie zu.
    Es gibt ja bekanntermassen Leute, welche ein Täfeli Schokolade oder ein Bonbon essen können und das wars und es folgt dann nicht automatisch die ganze Tafel Schokolade oder der Rest der Bonbons im Beutel. Die Leute welche nach dem ersten Bissen nicht stoppen können existieren aber ebenso. Selbiges gilt für Hunger oder nicht nach dem Konsum künstlich gesüsster Lebensmittel.

    Dann spielt es auch eine Rolle, ob eine Studie an Menschen oder an Tieren durchgeführt wurden und wie ähnlich oder unähnlich das Tier dem Menschen ist. Beispielsweise ein Kaninchen mit Cholesterin zu füttern mag zwar aussagekräftig für andere Nagetiere sein, aber da Kaninchen reine Veganer sind, hat das Ergebnis für den Allesfresser Mensch keinen Wert.
    Ratten wären da schon besser, aber nichts geht über eine gut kontrollierte Studie an Menschen.

    Gut kontrolliert muss eine Studie so oder so sein, denn allzu leicht übersieht man andere Einflussfaktoren und testet in Wahrheit etwas anderes als man testen wollte oder basiert die Studie auf Daten schlechter Qualität. Fragebögen zum Essverhalten liefern eine notorisch schlechte Datenqualität. Es kam schon vor, dass die gemäss Umfrageergebnis konsumierten Nahrungsmittel eine Kalorienmenge weit unter dem Mindestbedarf pro Tag und Person ergab. Es gab sogar mal eine Studie zum Unterschied zwischen rapportierter und tatsächlicher Nahrungsaufnahme, wobei systematisch grosse Differenzen gefunden wurden.

    Manchmal greift man durchaus auf dem Menschen sehr unähnliche Untersuchungsobjekte zurück, wie etwa Zebrafische. Daraus können sich zwar Hinweise ergeben, aber jegliche Rückschlüsse auf Menschen verbieten sich in solchen Fällen von vornherein. Denn selbst wenn alle Hormone und Nährstoffe genau dieselben Wirkungen in Fischen wie in Menschen hätten, so unterscheidet sich der Stoffwechsel, die vom Körper zu bewältigenden Aufgaben und selbst die Blut-Hirnschranke von Menschen und Fischen.
    Vor einer allerersten Aussage zum untersuchten Thema zu Menschen müsste das Ergebnis mindestens an einem dem Menschen ähnlichen Tier, welches ebenfalls Allesfresser ist, bestätigt werden.
    Immer wieder reicht auch das noch nicht, weil der Mensch ein im Verhältnis ein riesiges Gehirn und kleinen Verdauungsapparat hat.

    Um die Koexistenz widersprüchlicher Erkenntnisse zu ermöglichen, ist auch der Ort im Körper wo das fragliche Molekül einen Effekt haben soll entscheidend. Hier kommt auch die Blut-Hirn-Schranke ins Spiel.
    Falls beispielsweise etwas im Gehirn einen ganz anderen Effekt als im Körper hat, stellt sich die Frage, wo es hergestellt wird und ob und wieviel davon die Blut-Hirn-Schranke in der einen oder anderen Richtung passieren kann und wie sich diese Durchlässigkeit unter verschiedenen Umweltbedingungen verändern.

    Glukose passiert die Blut-Hirn-Schranke leicht.
    Statine gelangen ebenfalls ins Gehirn. In welchem Umfang ist eine andere Frage, aber es reicht offensichtlich um im Gehirn Nebenwirkungen auszulösen.
    Cholesterin passiert die Blut-Hirn-Schranke nicht, wird aber auch im Gehirn selber produziert.
    Insulin passiert die Schranke grundsätzlich, aber wie viel davon ins Gehirn gelangt, hängt auch auch davon ab, wie insulinsensitiv oder -resistent jemand ist.
    Ketonkörper passieren die Blut-Hirn-Schranke.
    Leptin wird vom Fettgewebe produziert. Es passiert die Blut-Hirn-Schranke aber die Durchlässigkeit hängt auch von der Insulinsensitivität ab.
    Alkohol passiert die Blut-Hirn-Schranke, wie wir unschwer im Selbstversuch feststellen können.
     
    Liliane gefällt das.
  2. Toddy

    Marianne Stamm-Mitglied

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  3. Liliane

    Liliane Stamm Mitglied

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    Wissenschaft ist vielfältig und weit davon entfernt, alles schon erforscht zu haben.
    Glaube nicht jede neue Theorie, die auf den Markt kommt, mit all ihren Ratgebern und Kochbüchern.
    Freue dich, wenn andere mit ihrer Taktik Erfolg haben, denke aber nicht, dass es auch für dich passt.
    Höre auf deinen Körper, denn jeder ist einzigartig!

    LG
    Liliane
     
  4. Düsentrieb

    Düsentrieb Stamm Mitglied

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    Es heisst auch, dass jedes Detail zählen kann und sich der genau gleiche Körper zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich verhalten kann.