Schwammi ab ins Ziel

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Tja da hatte dein Mann Glück und du darfst jetzt seine alte Möhre fahren, hihi!
 
Nee, nee, das ist dann schon meins -erstmal.

Aber mal zu etwas anderem. Gestern lief ja das Finale von The biggest looser. Ich muss gestehen, dass ich auch gestern erst später eingeschaltet habe und generell das erste mal bewusst geschaut habe.
Die Sendung war ein paar Minuten vorbei, als meine Mama anrief, um ihr Erstaunen Luft zu machen. Sie konnte es nicht fassen, dass Menschen soetwas schaffen können, vor allem in der Zeit.

Wir unterhielten uns also über Essen, Essverhalten usw. Da ist mir erstmal bewusst geworden, was Essen in meinem Leben überhaupt für eine Bedeutung hatte.

Innerhalb einer Diät (egal welche) achtet man darauf, was man isst. Man zählt Kalorien, Punkte, Nährstoffwerte usw. Bei jedem Bissen in etwas verbotenes überkommt einen das schlechte Gewissen, etwas falsches gegessen zu haben. Nur nimmt das Ausmaße an, als ob man etwas sehr schlimmes getan hat. Man isoliert sich vor sich selbst.

Mit Selbstlügen belässt man es bei dem einen Ausrutscher, während man herzhaft in die nächste Sünde beißt. Dann mache ich halt morgen weiter, lauten die vielversprechenden Selbsttäuschungen. Wohlwissend, dass es schon zu Ende ist. Man gesteht sich ein, dass man es wieder mal nicht geschafft hat. Vorbei der Zwang. Jeder kennt einen so, wie man ist, also kann man auch wieder normal essen und man wird auch nicht für einen von vornherein zum Scheitern verurteilten Diätversuch belächelt.

Aber so ist es nicht. Mir wurde gestern klar, dass Essen auch ohne Diäten ständig in meinem Kopf war. Das Sättigungsgefühl war nicht mehr vorhanden. So habe ich mir nachgenommen, 1 x, 2x, 3x. Es wäre wahrscheinlich öfters gewesen, wäre die Scham vor anderen (ja, selbst vor einen verständnisvollen Ehemann) nicht zu groß gewesen. Erfahrungen damit habe ich gesammelt, wenn ich alleine war. Ich konnte Reste nie weg werfen, sie wurden zur Not aus dem Topf gegessen. Ich habe auf das Essen meiner Kinder geschielt, während ich meine eigene Ration in mich rein schaufelte. Glücklich darüber, wenn sie nicht mehr wollten. Die Mama macht das schon.

Beim Grillen habe ich mir viel Fleisch aufgeladen und den Teller mit verschiedenen Salaten (nein, nicht die knackigen, sondern Kartoffelsalat, Nudelsalat etc.) verziert. Schon beim ersten Bissen war ich wehmütig, weil ich wusste, ich würde nicht noch so eine Portion nehmen, aus Angst vor demütigen Blicken, wie man nur soviel essen kann. Dankbar für jede Salatschüssel, die nur noch eine halbe Portion beinhaltete. "Das könnt ihr jetzt auch noch leer machen!". IHR! Alle sind satt. Nur ich nicht. Ich freue mich über die 'Erlaubnis' nochmal zuschlagen zu dürfen. Es wurde mir ja praktisch aufgedrängt. Es war egal, wie ich zum Essen kam. Hauptsache ich konnte es für mich entschuldigen.

Die Liste der Ausreden ist lang:
-ich konnte das nicht wegschmeißen
-ich weiß auch nicht, heute könnte ich ein halbes Schwein auf Toast essen
-ich hab den ganzen Tag noch nichts gegessen
-ihr habt gesagt, macht die Reste leer

usw.

Auf großen Feiern mit Buffetauswahl viel es denen auf, die wirklich darauf achteten. Zu Anfang, wenn alle gegessen haben, hat man sich auch den Teller gefüllt mit all den Leckereien. Da man nie alles eines Buffets auf einen Teller bekommt, um auch wirklich alles probiert zu haben, fällt auch der zweite Gang nicht so auf. Doch dann wird es kriminell. Man umschirmt den Teller mit den Armen und versucht ihn vergeblich vor den anderen zu schützen. Es soll keiner sehen, wieviel drauf ist. Vielleicht glauben sie ja, dass man sich zurück gehalten hat, was den dritten Gang entschuldigen würde. Danach ist aber Schluss. Es reicht, wenn man über die Figur lästern kann, sie brauchen nicht auch noch lästern, dass man EINMAL über die Strenge schlägt, so ein Essen gibts schließlich nicht jeden Tag. Also noch das Dessert, was ja alle Essen.
Danach Smalltalk, Tanz, lachen usw. Was auch immer. Nach einiger Zeit lohnt sich der Gang zum Buffet wieder. Alle sind beschäftigt, keiner ist mehr beim Essen. Man geht vorbei und schnappt sich irgendwas handliches. Etwas, wofür man keinen Teller braucht, was man schnell mal zwischen die Zähne schieben kann. Hat ja keiner mitbekommen. Ach und hier von probier ich auch noch und das da vorne war auch sehr lecker.
Das macht man dann in regelmäßigen Abständen, immer in der Sicherheit, dass es keiner mitbekommt, weil man ja unregelmäßig regelmäßig kleine Happen zu sich nimmt.

Zu späterer Stunden laufen die ersten mit gefüllten Tellern rum. Zeit für das Buffet die Zweite. Juhu, alle anderen, dann ich auch. Ein paar flotte Sprüche zum erneuten Gang zum Buffet und den erneut gefüllten Teller. Danach das gleiche Prozedere mit den Häppchen. Es ist so viel über geblieben, natürlich nehme ich gerne etwas mit.

Ab nach Hause, dort schon mal vorprobiert. Mmh, wie lecker. So eine Feier lohnt sich doch immer wieder. Wenn man dann im Bett liegt und ein Fazit ziehen würde, bestand die Feier nicht aus feiern, tanzen, Spaß haben. Man versuchte die ganze Zeit nur so unauffällig wie möglich, so viel wie möglich vom Buffet abzubekommen. Schließlich bekommt man das nicht täglich.

Nach sovielen herzhaften Sachen ist am nächsten Tag erstmal Zeit für etwas Süßes. Kuchen, Schokolade, egal. Hauptsache erstmal den unbändigen Hunger stillen. Dazu die Reste vom Buffet und man hat ja auch noch eingekauft. Also wird das auch gekocht. Alle anderen sind satt. Ja, soll ich das jetzt wegschmeißen? Also wird ein zweites Mahl vorbereitet, ganz für sich selbst. Alles Kostverächter.

Der Blick auf der Waage, würde an Selbstkasteiung grenzen. Auf die Waage steigt man nur, wenn man etwas positives erwartet oder eine Diät einleiten will.

Morgens im Einkaufsladen wird sich schon Gedanken gemacht, welche Knabbereien man mitnehmen kann, wenn man sich abends vor den Fernseher pflanzt. Dabei hatte man sich gar nicht vorgenommen, sich einen Film oder eine Sendung anzugucken. Aber zur Not, kann man das ja trotzdem Essen, auch ohne offiziellen Knabber-Fernseh-Abend.

Außerdem ist man schon wieder hungrig. Es landet viel mehr im Einkaufskorb, wie geplant war. Das ist aber alles noch gefroren, roh, unzubereitet. Also kurz beim Minibäcker des Supermarkts noch schnell ein süßes Teilchen oder auch zwei. Ich fahr ja mit dem Auto, da sieht das keiner.

Wenn ich so zurück blicke, merke ich erstmal, was für eine Rolle das Essen für mich gespielt hat. Natürlich habe ich nicht kontinuierlich in mich reingestopft, aber es hatte sich doch auch so wie oben beschrieben zugetragen. Nie essen ohne darüber nachzudenken, ob irgendwer auf den Teller guckt, ob die Gabel zu voll ist, ob man zu gierig isst, ob man zuviel auf den Teller hat, ob man nochmal etwas holt, ob man auffällt, ob sie jetzt schlecht reden usw. Nie ohne den täglichen Verlust des Sieges über sich selbst. Beim Blick in den Spiegel in schwachen Momenten hätte ich so oft heulen können und war gleichzeitig sauer auf mich, warum ich es nicht schaffte, diesen vermeindlich unstillbaren Hunger zu bändigen. Ich wollte doch nichts lieber, als normal aus zu sehen und einfach mal satt sein. Sich an Schokolade wirklich erfreuen können und nicht die Tafel essen, als wäre es ein halber Teelöffel voll Medizin, den man einfach nur vernichten musste. Ich weiß nicht, wieviele leckere Sachen ich einfach nur verschlungen habe, ohne wirklich mitbekommen zu haben, wie gut sie schmecken oder dass ich sie überhaupt in der Menge vertilgt habe.

Jetzt, wo ich etwas esse und satt werde, wo es Spaß macht zu essen, ich das ganze genießen kann, weil es so lecker ist usw. hat sich mein ganzes Denken verändert. Es ist nicht nur diese Zahl auf der Waage, die einen freuen lässt. Man kann essen und man denkt nicht mehr darüber nach, ob jemand guckt oder nicht. Ich esse nicht mehr maßlos. Ich schiele auch nicht auf die Reste von anderen. Es ist kein quälendes Gefühl mehr da, dass ich noch mehr brauche. Ich weiß nicht wie oft ich mir gewünscht habe, mich endlich mal richtig satt zu essen. Ich glaube, ich habe es nicht erreicht, weil es gar nicht möglich war. Eher hätte ich wegen Bauchschmerzen aufgehört, als etwas stehen zu lassen, weil es doch so gut geschmeckt hat und so eine beruhigende Wirkung hatte, wenn man einfach mal gegessen hat.

Jetzt geht das alles ohne. Ich vergesse manchmal sogar das Essen. Ich achte natürlich auf die Kohlenhydrate und ein kleiner Blick fällt auch auf die Kalorien. Aber das passiert, wenn ich mir etwas zubereite oder überlege, was ich mir zubereiten könnte. Zwischen den Mahlzeiten ist es schlicht weg egal. Da haben jetzt andere Dinge ihren Platz. Essen ist als solches nicht mehr wichtig.

Das waren meine Gedanken, die sich im Gespräch mit meiner Mama gestern entwickelt haben. Ich wollte sie mal mitteilen, weil sie auch für mich eine erschreckende Erkenntnis waren und gleichzeitig eine tiefe Dankbarkeit, dass ich den Strudel endlich entkommen bin.

Steffi
 
Na da kann ich nur gratulieren, denn das ist es doch was die Lebensqualität deutlich erhöht.
Natürlich beschäftigt man sich viel mit seinem Essen, aber das haben wohl alle Übergewichtigen auch schon vorher gemacht.
Wir saugen alle Informationen über Ernährung wie ein Schwamm auf, ich will mal behaupten, das jeder Mensch mit Gewichtsproblemen besser über Ernährung bescheid weiß, als ein immer schlanker Mensch.
Wir kennen alle Ernährungssünden und begehen sie trotzdem, wir wissen das Bewegung wichtig ist und tuen es doch nicht, wir essen den ganzen Tag nichts, um dann mit extremen Heißhunger den nächsten Imbiß anzusteuern und und und...

Aber wir haben ja zum Glück eine Ernährungsmethode gefunden, die uns durch das gedämpfte Hungergefühl unterstützt, damit ist schon viel gewonnen.
 
das, was du da schilderst, ist eine massive eßstörung ;)

das ist hier was völlig normales, das hat jeder, der mehr
als 150 kgs wiegt, und das sind unzählige :cool:

das suchtverhalten wird erst bewusst, wenn nach jahrelangem
nahrungsmittelmissbrauch, wo man sich zwar schuldig aber
wohl fühlt, der arzt sagt: ich kann ihren entzündeten
blinddarm nicht entfernen, durch ihre fettleibigkeit besteht bei
der narkose lebensgefahr! oder nach dem ersten herzinfarkt :shock:

und dann fängt diese magenbandstory an, weil man alleine
nicht aus der sucht kommt, neverending story :twisted:
 
Massive Essstörung? Wenn man sich das nochmal durchliest, hat es wirklich was von Suchtverhalten. Alles heimlich, ständig auf der Suche, nie wirklich befriedigt in den Bedürfnissen. Hm,... Ich hätte sowas ja gerne mal geäußert. Ich habe manchmal schon daran gedacht, dass es wie eine Sucht ist. Aber jeder Übergewichtige wird es kennen, man wird liebevoll getätschelt und müde belächelt. Essstörungen sind nicht, wenn man sich pausenlos Essen reinschaufelt und sich absolut zu keiner "unnötigen" Bewegung hinreißen lassen kann, sondern wenn man magersüchtig ist und zwar sichtbar oder die Speiseröhre nur noch hauch dünn ist, weil sie verätzt ist. DANN bekommt man in der Gesellschaft die Anerkennung einer Essstörung. Ansonsten ist man einfach nur verfressen, faul, etc.

Ich weiß nicht wieviele junge Mädels (gerade im Netz) behaupten sie hätten Magersucht, Bullimie. Da lächel ich meist müde drüber. Mit 18 war ich stationär in Therapie um meine Bullimie zu stoppen (ich war noch nicht mitten drin). Ich weiß es aus eigener Erfahrung und ich habe genug gesehen, um mit den offenen Geständnissen der Mädels umgehen zu können. Es ist also fast schon cool, sich mit so etwas Aufmerksamkeit zu holen. Aber keiner würde behaupten, er sei fresssüchtig, nur um sich selbst etwas näher an den Mittelpunkt zu setzen. Deswegen habe ich mir selbst eingeredet, dass das nur ein weiterer Versuch einer Ausrede für mich ist und mir diese Gedanken immer wieder versucht aus den Kopf zu schlagen.

Gekämpft hab ich immer dagegen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob dieses Verhalten nicht gerade durch das ständige ab- und zunehmen kam.

Ich habe tatsächlich mal versucht ein Magenband zu bekommen. Es wurde abgelehnt, weil ich es schon mal geschafft habe an die 20 kg abzunehmen. Wenn man das aus alleiniger Kraft schafft, braucht man kein Magenband. Ich fand es widersprüchlich mit der Aussage, dass man genauso diszipliniert essen muss, mit Magenband, wie bei einer normalen Diät. Es gibt auch Leute, die sich Zuckerwasser reinknallen und trotz Band nicht abnehmen.

Aber gut, heute bin ich froh, es nicht gemacht zu haben. So habe ich einen normalen Weg gefunden mein Gewicht zu reduzieren. Ich brauchte mich nicht operieren lassen, aber ganz wichtig, ich komme mit meinem Essen wieder klar.

Ich bin zwar sehr straight auf meinem Weg und gönn mir so gut wie keine Ausnahmen. Wobei meine Ausnahmen schon sowas wie Erdnüsse sind und keine Lebensmittel die absolut verboten sind. Aber das Ungeheuer im Kopf ist weg. Dieser Essenswahn. Das ganze Verhalten, was schon sehr nach Sucht aussieht, ist einfach nicht mehr da. Trotz Gewichtszunahme in den letzten Tagen (auch wenn es jetzt gerade wieder abwärts geht) bin ich fast jeden Tag ein Stück weiter motiviert, diesen Weg weiter zu gehen. Aber es ist ja nicht nur das. Ich komme gar nicht hinterher mich an das Gewicht zu gewöhnen und es zu realisieren. Im Grunde geht es zu schnell für meinen Kopf. Ich hoffe nur, dass es mir am Ende der Reduktionszeit nicht so schwer fällt, meine KH´s wieder anzuheben. Aber ich werde bestimmt nur zusehen, dass ich aus der Ketose fliege und nicht 1 g zuviel Kohlenhydrate essen. Ich hab zuviel Angst in alte Verhaltensweisen und alte Gewichtsklassen zurück zu fallen.

Hach ja, heute mal eine etwas ernstere Steffi
 
ja steffie,

da hast Du recht, in deutschland ist
eßstörung immer nur bulemie, aber in amerika
eher das gegenteil, hier ist in der öffentlichkeit
der dicke viel presenter als der magere und die
ganzen sucht- und umerziehungskliniken verdienen
ihr geld mit adipositas , das ist alles prima eingespielt,
vom psychologen zum arzt, weiter in die klinik und
zurück zum psychologen :lol:
 
94 kg. Es wird wieder....

Naja, mich verlieren die jedenfalls in ihrer Politik. Diabetes wird zumindest aufgeschoben, wenn nicht gar verhindert, sämtliche andere Folgeerscheinungen werden verhindert bzw. stagnieren und verschwinden vielleicht sogar wieder. Ich fühl mich gut! Jetzt muss ich gucken, wie ich das mit dem Sport hinbekomme. Aufgrund des Geburtstags meines Sohnes hat mein Mann diese Woche Urlaub. Juhu... Aber ich denke, diesmal verzieh ich mich einfach ins Schlafzimmer....
 
Bis auf die Resteesserei (ich habe mich immer motiviert, dass ich KEIN Schwein bin dass Reste von den Kindern ißt zB) ist mir das alles gut bekannt.

Ich kaufe immer noch viel zu viel ein weil ich denke ich habe irgendwas nicht am WE was ich brauche und ich muß dann das falsche essen und alles geht von vorne los.

das ist schon schräg irgendwie.

Aber ich glaube man kann das Untier irgendwie zähmen und zumindest wenn man nach den Regeln spielt in Griff halten.
 
Ich konnte das nicht stehen lassen. Ich hab in solchen Momenten auch neben mir gestanden. Ich hab echt so bildhafte Vorstellungen habt, wie ich mir selbst zugucke, während ich alles in mich reinschaufel. Ich hab mich auch die ganze Zeit gefragt warum tust du dir das an. Aber letztendlich habe ich währenddessen alles mechanisch in mich reingeschoben.

Ich habe mir z. B. abends eine "Kleinigkeit" zum Essen gemacht. Einfach Nudeln gekocht, danach in die Pfanne mit ein paar ausgelassenen Zwiebeln geschwenkt, gewürzt - fertig. Ich habe aber gut 300 g Nudeln (trocken!) gekocht, weil ich vorher schon Angst hatte, es könnte nicht reichen. Und dann hab ich das auch gegessen. Alles! Auch wenn ich irgendwo das Signal kam, so Schluss, jetzt ist voll, ich habe bis es leer war geschaufelt. Ich weiß nicht, wie ich das Beschreiben soll. Es ging gar nicht um das Magen füllen. Es war mehr das Kauen und Schlucken. Trinken hat mir da nicht gehoflen, weil es ein anderes Schluckgefühl ist, als wenn man etwas festes runter schluckt. Und es war schon so, dass es mir ein unheimlich befriedigendes Gefühl gegeben hat, wenn ich etwas runtergeschluckt habe. Dabei ging es auch nicht um den Geschmack. Oder das im Mund haben an sich. Und dieses Verlangen, nach diesem Gefühl, hörte einfach nie auf.

Das einzige bei Süßigkeiten. Da ging es schon um den Geschmack. Aber da war wieder dieses maßlose. Wenn ich mir z. B. Roche gegönnt habe, was ich geliebt habe, habe ich es nicht genossen, es zu essen. Sondern innherlab kürzester Zeit war die Packung leer. Und dann hab ich mich wirklich manchmal geärgert, dass ich so blöd war, dass ich das so schnell vernichtet habe, weil ich mich manchmal wirklich nicht an Praline 5,6,7,8,9 usw. erinnern konnte. Ganz komisch.

Mein Einkaufsverhalten hat sich total verändert. Ich laufe manchmal durch den Laden und weiß überhaupt nicht was ich einkaufen soll. Dann renn ich von der Fleischtheke, zur Fischabteilung, Kühltruhe und zurück, ohne mich entschieden zu haben. Dann kaufe ich meistens irgendwas, was ich sehr gerne esse, wie z. B. Räucherlachs und Frischkäse, was ich gerollt sehr gerne esse. Wenn dann irgendwann der Hunger kommt, esse ich das mit Genuss. Ich weiß nicht, ob ich das Problem behoben habe oder ob ich es einfach verdrängt habe, weil mir Atkins hilft die Symptome zu lindern. Auf jeden Fall hat ein Umdenken statt gefunden und ich glaube ich lerne einfach die ganze Zeit ohne dieses Verhalten zu leben. Ich vermisse es nicht, ich muss mich nicht quälen etc. Nebenbei lese ich immer mehr über Ernährung. Dabei geht es ja nicht ums essen als Handlung, sondern vielmehr um den Stoffwechsel, die Narhungsmittel an sich, welche Wirkung usw. Das alles lässt mich verstehen und überzeugt mich, was widerum den Hauptaugenmerk vom essen an sich nimmt.
 
Ich bin umgeben von "Nichtwegwerfenkönnern" und da muß ich oft echt was anhören, aber mein Glück ist dass ich Hunde und Hühner habe die ich mit dem Überfluß abfüllen kann.

So wird es wenigstens gegessen.

Ist schon seltsam wie man programmierbar ist.

Müssen wir uns halt komplett umprogrammieren.
 
Mittlerweile landet bei mir auch viel im Müll.

So wie mein grüner Salat gerade. Den hab ich total veressigt. Ein paar Gabeln hab ich ja gegessen, aber dann brannte meine Lippe. Viel schlimmer aber, ich hab den Geschmack nicht mehr im Mund, ABER mein Pfefferminztee schmeckt so eklig seltsam.... bäh
 
Hallo Steffi, ;)

jetzt habe ich erstmal das Wochenende bei Dir nachgelesen.

Du hast ja auch schon Einiges mitgemacht in Deinem bisherigen Leben. Ich denke, extrem eßgestört ist nicht nur, wer mal mehr als 150 Kg wog. Ich würde sagen, dass wir im Forum fast alle eßgestört sind und diese Ernährungsform eben deshalb gewählt haben.

Mir fallen spontan nur zwei Leute ein, die sich aus gesundheitlichen Gründen für unsere Ernährungsweise entschieden haben und das sind Liese und der Gute.

Die positiven gesundheitlichen Auswirkungen sind mir erst im Verlauf aufgegangen und deshalb habe ich auch vor, mich dauerhaft so zu ernähren, selbst wenn ich einmal schlank sein sollte.

Aber im Hintergrund wird wahrscheinlich immer mein essgestörtes Verhalten lauern, weshalb ich auch aus diesem Grund dabeibleiben werde.

Ich freu mich für Dich, dass Du so positiv gestimmt bist und das Leben jetzt viel leichter nehmen kannst Steffi.
 
Ich denke nicht, dass man eine Eßstörung am Gewicht festmachen kann. Da habe ich hier schon einige Gegenbeispiele gelesen.
Essen eignet sich gut um andere Sachen (Probleme) zu kompensieren, sich Befriedigung zu verschaffen, oder wenigstens sowas ähnliches, das geht auch mit Sport, Arbeit, Drogen aller Art oder Einkaufen............ essen ist wohl das leichteste, daher weit verbreitet.
 
Die Frage ist nur, was sind die Ursachen. Solange die nicht geregelt sind, kommt man nicht raus. Ich denke meine Ursachen sind schon lange geregelt, nur war ich dann schon im Sumpf drin. Vielleicht war die psychische Ebene auch schon wieder gut, nur hat da dann mein Körper gefordert. Nicht im Sinne der Überlebens-Theorie, sondern mit dem durcheinander gewürfelten Stoffwechsel, wie z. B. die Reaktionen durch Insulin. Ich glaube nicht, dass ich jetzt noch Essgestört bin, sonst würde ich mir wohl öfters Ausrutscher erlauben. Nicht weil ich sie dann bräuchte, sondern weil ich dann ein anderes Verlangen nach Essen hätte. Wenn ich jetzt mal Hunger habe, klar kommt mir dann die Schoki in den Sinn, die offen auf dem Tisch liegt und sich Kinder und Mann von bedienen. Aber ich gehe dann in die Küche, koche mir etwas, trink mir was um die Zeit zu überbrücken, esse etwas, was okay ist im Hinblick auf meine Abnahme und es ist wieder vorbei.

Ich finde man muss da unterscheiden zwischen psychische Ursache und einfach verlerntes Essen, was letztendlich durch die verschobenen Vorgänge im Körper noch unterstützt wird.

Meine Mutter hat seit 20 Jahren ihr Gewicht. Nie eine Diät, nie eine größere Schwankung. Sie isst sehr langsam (sie ist grundsätzlich als letzte fertig und zwar lange nachdem andere ihren Teller weg gebracht haben), wenn sie satt ist, schiebt sie den Teller bei Seite. Sie kennt so ein Eßverhalten, wie ich es hatte, nicht. Vielleicht würde man bei ihr (BMI 36) auch von Essstörung sprechen. Aber da spricht nichts für. Sie isst einfach das falsche, aber das mit Genuss. Sie hätte zwar gerne ein paar Kilo weniger, aus optischen Gründen, zieht es aber vor, sich so gut zu fühlen wie sie ist (ich hab sie wirklich noch nie klagen gehört) als sich mit Diät zu quälen. Sie ist zudem auch noch sehr aktiv und beweglich. Wie gesagt, sie isst einfach zuviel und das was sie eben nicht abnehmen lässt. Während ich beim BMI von 36 schon in der Schleuse hing, zwischen, ich nehm ab, Jojo, Trägheit und Faulheit, Unwohlsein, geringem Selbstwertgefühl etc.

Da fällt mir ein, ich hab noch kein Sport gemacht *pfeiff
 
Hi Steffi,

na dann aber ab zum Sport! :rotfl:

Die Frage ist nur, was sind die Ursachen. Ich finde man muss da unterscheiden zwischen psychische Ursache und einfach verlerntes Essen, was letztendlich durch die verschobenen Vorgänge im Körper noch unterstützt wird.

Ich bin nicht sicher, ob Ursachenforschung so viel weiterbringt. Die Ursachen für eine Eßstörung liegen in dem, was Perdita schon beschrieben hat, in der Ernährungsweise, die wir als Kind gelernt haben und manchmal sogar in schweren Kindheitstraumen.

Aber das Wissen darum lässt die Eßstörung nicht verschwinden. Hier würde ich zitieren: "Es gibt nichts Gutes außer man tut es!"

Das Wissen um die Ursachen kann sicherlich dabei hilfreich sein, ist aber m.E. nicht zwingend notwendig. Außer vielleicht im Falle der traumatischen Erfahrungen, die bearbeitet werden müssen.

Ich habe mal eine Studie gelesen, in der man psychisch gesunde, normalgewichtige junge Männer für eine gewisse Zeit auf eine kalorienreduzierte Diät gesetzt hat. Wenn ich mich richtig erinnere, entwickelten alle im Jahr darauf Übergewicht und ein gestörtes Essverhalten.

Das sagt doch viel aus, oder? Die einzige Ursache war bei denen offensichtlich die erste Diät!

Interessant ist auch die Frage, bleibt ein einmal Eßgestörter immer eßgestört? Wären wir dann sowas wie trockene Alkoholiker?

Ich fürchte schon, dass wir lebenslänglich aufpassen müssen.
 
So, Ticker wieder hoch gesetzt. Ich schein wohl an einem Stillstand angekommen zu sein. Vielleicht liegt es daran, dass ich vor 5 Jahren einmal bis 94,7 abgenommen habe und dann alles wieder drauf kam. Dann stell ich mich schon mal darauf ein, ein Weilchen diese Zahl zu begrüßen.

Aber egal, die pack ich auch noch...
 
Vielleicht liegt es daran, dass ich vor 5 Jahren einmal bis 94,7 abgenommen habe und dann alles wieder drauf kam
ja, das ist sehr wahrscheinlich, aber ich denke, das hat nichts
mit dem körpergedächtnis zu tun, sondern ist eine rein
psychische sache, allein, dass Du Dich daran erinnerst, blockiert
Dich schon :lol:

hast Du es schon mal mit visualisierung vesucht, also abends mit
einem bild im kopf bewusst einschlafen, z.B. Deine waage
mit der 93 in der anzeige?

visualisierung ist eine anerkannte technik, die das unterbewusstsein
manipulieren kann ;)
 
Das zuviel einkaufen kann auch genau mit so einem Erlebnis des Darbens ausgelöst werden.

wir haben vor 30 Jahren (von 1978-84) in saudi Arabien gelebt.

es gab kaum Supermärkte und ich hatte es schwer als junge Frau zu kochen.

Mal gab es nur Kamelfleisch (das schmeckte als ob man eine vollgepinkelte Fußmatte kocht) oder Dinge die ich überhaupt nicht kannte.

ich habe zum Beispiel den Beteuerungen eines Marktverkäufers glaubend eine Tüte pelziger grüner Früchte erstanden und auf demHeimweg im Auto davon gegessen, schmeckten ekelig und die Kerne hab ich zum Fenster rausgeworfen.

Der Fahrer hat sich einen Ast gelacht, es waren Mandeln und die grüne Pelle war das einzige was man NICHT ißt davon.

Irgendwann gab es einen Safeway Supermarkt in dem es manchmal so sensationelle Dinge gab wie Käse oder Aprikosen in Dosen.

Wir haben also immer wennes was zu ergattern gab zugeschlagen und das regal ausgeräumt und für alle mitgebracht.

Ich habe die ersten Jahre in Deutschland nur so gekauft.
 
sondern ist eine rein
psychische sache, allein, dass Du Dich daran erinnerst, blockiert
Dich schon
Ja, ich glaube auch, dass das bei Steffi zutrifft. An jeder "Grenze" erstmal Stillstand, aber *Mut mach* danach geht es ja mit grossen Schritten weiter.
Trotzdem interessant, wie weit die Psyche da mittickt (meine Grenze war 74,4 - bis genau dahin habe ich vor vier Jahren von 104 abgenommen. Und wo war der Stillstand für fast drei Wochen??)

Aber ich freue mich, dass Du Dich diesmal nicht entmutigen lässt!!! Ich erinnere mich noch zu gut an die Zeiten der Quälerei (ob nun Diät mit Eiweiss-Drinks, 500 kcal oder Kohlsuppe... ;) ), wenn es da nicht weiterging, dann war auch innerhalb von einem Tag die Motivation weg. Wenn ich Dich jetzt höre... Ärger, aber nicht im Geringsten auch nur im Ansatz Zweifel.

:leb:
 
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