Sonja's Plauder-Tagebuch 💬

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Was ist denn das Falsche? Das klingt so furchtbar absolut. Ich bin allerdings nicht ganz auf dem laufenden, wie du gerade isst

Das habe ich auch nicht wirklich verstanden, um was es da gehen soll. Letztendlich gibt es fĂŒr mich "das Falsche" gar nicht. Ich treffe ja immer die Wahl und die Konsequenz daraus wĂ€re ja, dass ich MIR nicht trauen kann. So möchte ich nicht denken.

Vielleicht kannst du uns ja ein bisschen mehr ĂŒber deinen Gedankengang verraten?
 
Hast Du es mal mit tageweisen Regeln probiert? Ausnahmen machen, aber so, dass sie sich doch nicht etablieren können?

Wann wird die Ausnahme zur Regel? Es ist schwierig, ungesundes Essen schmeckt gut. Wie fĂŒhlst Du Dich denn, in diesen etablierten Ausnahmezeiten? Vielleicht kannst Du Dir das ja auch erlauben, und eher daran arbeiten, dass es lockerer wird, und nicht mit Schimpfen verbunden, wenn Du die Richtung wechseln möchtest? (Das mit dem Schimpfen unterstelle ich jetzt einfach mal.)
Was ist denn das Falsche? Das klingt so furchtbar absolut.
Das habe ich auch nicht wirklich verstanden, um was es da gehen soll. Letztendlich gibt es fĂŒr mich "das Falsche" gar nicht. Ich treffe ja immer die Wahl und die Konsequenz daraus wĂ€re ja, dass ich MIR nicht trauen kann. So möchte ich nicht denken.

Es sind fĂŒr mich die falschen LMs, weil sie mich triggern und mein Essverhalten durcheinander bringen. Toastbrot, sĂŒĂŸes Weißbrot mit Marmelade und Nutella, SĂŒĂŸigkeiten, Kuchen, Eis ... davon esse ich dann Zuviel und die möglichst unverarbeiteten, mir zutrĂ€glichen Nahrungsmitteln kommen dabei zu kurz oder ich esse davon auch oft gar nichts, weil ich satt bin.

Bei ketogener ErnĂ€hrung entfallen diese Trigger, weil sie schon gar nicht ins Konzept passen und ich mit Ausnahmen, die Ketose mit sowas nicht stören will. Dass ich zudem meist keinerlei GelĂŒste habe und weniger hungrig bin, kommt noch erleichternd hinzu.

Da ich allerdings nicht dauerhaft ketogen essen will und es fĂŒr mich, inzwischen in einer strengen Fassung auch körperlich nicht mehr so gut passt, probiere ich alternative Wege. Das klappt mal mehr, mal weniger, was dann auch Okay ist, weil ich jedes Mal bewusst entscheide, wenn ich mal wieder was falsches zu essen. Diese Entscheidung passiert dann aber eher, weil ich einem Drang in mir nachgebe, der mich dazu verleitet. Das sind meist Phasen, die scheinbar mit einer gewissen RegelmĂ€ĂŸigkeit passieren. Das hatte ich bisher aber noch nicht genauer beobachtet. Zuvor habe ich mich nĂ€mlich einfach diesen Wechseln hingegeben und irgendwann eine Kehrtwende gemacht.

Eine Kehrtwende war dann meist ein krasses Gegenprogramm, mit dem ich kompensieren konnte, was sich inzwischen erneut schlecht in meinem Körper anfĂŒhlte. Denn entweder werde ich den falschen LMs sogar manchmal ĂŒberdrĂŒssig oder ich bemerke körperliche Symptome, die mich wach rĂŒtteln, dass es mal wieder an der Zeit ist. Die körperlichen Symptome kommen inzwischen auch schneller.

Eine Zeitlang fand ich diese Wechsel sogar gut, weil ich auch was NatĂŒrliches darin sah. Das Leben geschieht ja nun mal in Zyklen und ist nicht immer gleich. Doch bemerke ich, dass ich mir solche Wechsel, in dieser Form, inzwischen nicht mehr so gut leisten kann. Mein Körper reagiert empfindlicher seit den Wechseljahren und ich möchte ihn mit sowas nicht mehr zusĂ€tzlich stressen.

Und nun kommen wir zu dem Punkt, wo ich mir auch mehr trauen darf.

Mit meinen Kehrtwenden habe ich i.d.R. immer eine bestimmte Vorgabe verfolgt, die ich mir selbst gesetzt habe oder einem Programm gefolgt bin. Und das war ab einem bestimmten Zeitpunkt, auch nicht immer nur zutrĂ€glich. Denn in Situationen, in denen ich spĂŒrte, dass Es nicht mehr so gut passte, habe ich dennoch weiter gemacht. Schließlich hatte ich mir was auf die Fahne geschrieben und dann wurde das auch durchgezogen.
Damit habe ich dann auch nicht immer ausschließlich zutrĂ€glich fĂŒr meine BedĂŒrfnisse gehandelt. Das wurde mir rĂŒckblickend zum Mai sehr deutlich. Die Basenkost war fĂŒr den ganzen Monat geplant und ab etwa der HĂ€lfte, bekam ich GelĂŒste auf Eier, Quark, Lachs, KĂŒrbiskerne, WalnĂŒsse usw..
Ich nahm an, das lag an der Abstinenz und habe es nur mit den Nahrungsmitteln ausgleichen wollen, die halt wenigstens in eine basenĂŒberschĂŒssige Kost passten. Damit war aber mein Befinden nicht besser geworden. So habe ich mich zunĂ€chst dadurch gehangelt und meine emotionale Stimmung ging zunehmend den Bach runter. Es war eine heftige Melancholie, denn es gab keinerlei UmgebungseinflĂŒsse, die zu einer Depression hĂ€tten passen können.

Nachdem weitere 14 Tage rum waren und ich im tiefen Tal der dunklen Emotionen und GleichgĂŒltigkeit war, wurde es auf einmal besser. Ich hatte wieder nichts geĂ€ndert, das war seltsam. Und da es auf 14 Tage begrenzt war, fing ich an zu recherchieren. Dass es mit den Wechseljahren zusammenhĂ€ngt, hatte ich schon vermutet. Doch warum fĂŒhlte ich mich zu dem Zeitpunkt emotional so schlecht, obwohl ich gut aß und sĂ€mtliche körperlichen Krankheitssymptome verschwanden?
Ein Blick auf die hormonelle Situation in gewissen Zyklusphasen der Frau, hat mir dann schnell deutlich gemacht, dass meine GelĂŒste zu Beginn dieser Phase, wohl genau darauf abzielen wollten, mich etwas sanfter durch die kommende Zeit zu bringen. Da ich aber stur war und mir nicht getraut hatte, kam es anders.

Nun bin ich froh, weil ich immerhin fĂŒr mich, sehr erkenntnisreiche Erfahrungen gemacht habe und beginne, besser zu verstehen, was da in mir geschieht.

Wenn ich mein Verhalten nun in Einklang mit dem Zyklus meines Körpers bringe, bin ich optimistisch, dass meine ErnÀhrungsweise intuitiv sein kann. Womöglich kann ich dann auch mal wieder etwas von dem Falschen essen, ohne, dass es mich gleich in einen Sog zieht.

Die Voraussetzung dafĂŒr, sehe ich darin, dass ich zunĂ€chst, sĂ€mtliche körperliche BedĂŒrfnisse erstmal voll abdecke und mögliche Defizite ausgleiche.
 
Toastbrot, sĂŒĂŸes Weißbrot

Da bin ich dankbar, dass ich sowas einfach nicht esse, auch nicht im Urlaub. Da habe ich im Hinterkopf rechts unten ein Ekelprogramm dagegen programmiert, das verhindert, dass ich aus welchen GrĂŒnden auch immer, die Wirkung dieser LMs auf mich vergessen oder negieren sollte.

Marmelade und Nutella, SĂŒĂŸigkeiten, Kuchen, Eis

Die esse ich schon hin und wieder und da beobachte ich, dass wenn ich ausreichend StÀrke esse, dann will ich dvon nur wenig. Also 1 Reiswaffel mit Marmelade oder Nutella, 1 Kuchen oder 1 Eis. Das geht dann nicht weiter.

Unter Keto war ein Dammbruch schon ziemlich ĂŒbel, wie ein Rausch. Es musste auch genug sein.

Deswegen ist das ja aber nicht falsch? Und auch keine Sucht.
Der Körper will was, warum auch immer.
Wo ist das Problem?

NatĂŒrlich, wenn das zum Dauerzustand tĂ€glich mutiert, dann stimmt was nicht. Aber mal oder auch mehrmals und wenn es wieder zu beenden ist, was soll da Falsch sein?

Diese Behauptung nĂ€mlich ist mein Trigger. Dass ich schlecht bin, mich nicht beherrschen kann, dass ich was auch immer sĂŒchtig bin... usw. usf. Damit hole ich mir die Erlaubnis, es mir so richtig schlecht gehen zu lassen und mich zu bestrafen damit, dann besser zu essen. Aber das genau ist das, was ich heut nicht mehr will. Das liegt nicht am FAlschen, das ist einem schlampigen Denken meinerseits geschuldet.

Und es ist das Gegenteil von Selbstliebe.

Warum nenne ich etwas "GelĂŒste" und suggeriere mir damit, es sei 1. unwesentlich 2. ungehörig 3. falsch - WIEL? Ja, weil meine Entscheidungen Vorrang haben. Haben sie das? Warum? Weil ich tatsĂ€chlich glaube besser zu wissen was mein Körper braucht, als mir meine Körpersignale vermitteln wollen. Ist das hilfreich? Wirklich?

Also ich handhabe das aktuell so, dass ich solche WĂŒnsche, TrĂ€ume registriere und mir merke. War letzte Woche irgendwann nachts "Leberwurst". Ich hole mir dann den Geschmack aus meinem GedĂ€chtnisspeicher auf die Zunge und mundvoll. Wenn das dann reicht, dann ist es gut. Es kam 2 Abende hintereinander. Und da habe ich meinem Körper vorgeschlagen, Kalbsleber zu backen am nĂ€chsten Tag. Nee, wollte er nicht. Na dann nicht.

Gestern Abend bei der Essenszubereitung kam es dann mit Macht: Fleisch! Kein Tofu, keine Wurst, kein KĂ€se, keine NĂŒsse - nope. Also gab es das dann auch zum geplanten Reis mit grĂŒnen Bohnen dazu und ich hatte nur damit zu tun, mein "schlechtes Gewissen", den inneren erhobenen Zeigefinger meines Ego, konsequent abzulehnen und aufzulösen. Denn wenn ich auch WFPB mache, so ist auch mal ein Sparerib drin, warum denn auch nicht? WER sollte mir das verbieten oder mir damit Angst machen? Wozu?

Das sind mentale Spielchen, mit denen ich mir mein WohlfĂŒhlen vermiese, wenn ich es zulasse. Warum will ich mir manchmal meine WohlgefĂŒhl nicht gönnen? Aus Gewohnheit. Es kann ja nicht immer die Sonne scheinen. Was fĂŒr ein Argument.

Warum in aller Welt sollte ich es nicht gut mit mir selbst meinen?

Aber ja, meine Hormone sind ausgeglichen nicht vorhanden, ich habe diesen Zirkus hinter mir. Ich darf die Harmonie genießen. Und das ist was ich mit dem Vorteil der Postmenopause meine - mir kommen die Hormone nicht mehr in die Quere. Nur ab und an noch Stresshormone.
 
Was wĂ€re denn, wenn du regelmĂ€ĂŸig, ich nenne es mal kleine Auszeiten einplanst. Dieses etwas falsches Essen und dann zu viel davon zu essen, gefĂ€llt mir nicht. Das wirkt auf mich wie ein Damoklesschwert.
Also eine Sache, die man mag, die aber nicht ganz so gesund ist, sich einmal pro Woche erlauben. Also z.b Freitag Abend Pizza oder Sonntag Nachmittag Kuchen. NatĂŒrlich muss man das auch ĂŒben.
Du denkst ziemlich viel, das kann auch kontraproduktiv sein.

Mir geht's am besten, wenn ich Low carb und ansonsten kunterbunt esse.
 
Moinsen

Du hattest hoffentlich einen guten Wochenstart?
Gerade höre ich mal wieder Tolle und denke, da biste ma wieder schön auf deine Egotrigger reingefallen mit dem "falschen". Genau das ist es ja, das Ă€ußere Geblubber, die Kontrollversuche, die uns trennen von uns selbst und gegen die Wand laufen lassen. In der STille gibt es das nicht.

Hab ne gute Zeit, BiohÀckerin!

Celebrate Yahoo GIF
 
Hi, Danke Dir, mein Start war prima. :)

Gerade höre ich mal wieder Tolle und denke, da biste ma wieder schön auf deine Egotrigger reingefallen mit dem "falschen". Genau das ist es ja, das Ă€ußere Geblubber, die Kontrollversuche, die uns trennen von uns selbst und gegen die Wand laufen lassen.
Das ist so witzig, dass du das jetzt schreibst, weil ich die ganze Zeit schon ĂŒberlege, wie ich mich mitteilen kann, ohne zu viel Worte zu machen.^^ Heute frĂŒh hatte ich einen ganz guten Ansatz dafĂŒr im Sinn.

Das war nĂ€mlich nur ein Wort, das etwas beschreibt fĂŒr unterschiedliche Wege, die mir möglich sind. Beide Wege sind fĂŒr mich neutral. Ich bin sie ja auch bewusst gegangen. Trigger ist da auch nur ein Wort, das beschreiben sollte, was es in mir bewirkt, wenn ich Weg B gehe, dann ist das nĂ€mlich so, dass Weg A mich in dem Moment nicht locken kann, obwohl er normalerweise sogar der genussvollere Weg fĂŒr mich ist. Da lande ich dann erneut bei dem Wort falsch, denn die unechten (falschen) Inhaltsstoffe und die Leere an NĂ€hrstoffen, gesellen sich scheinbar mit dem BedĂŒrfnis nach mehr von dem gleichen. Das passiert aber auch umgekehrt bei Weg A.

Lediglich ein Glaubenssatz, dass diese Kombi beider Wege, Nachteile mit sich bringen kann, schwirrt manchmal noch in meinem Kopf herum. Vielleicht werde ich den, mit dem aktuellen Kurs von ihm los. ;)
 
Was wĂ€re denn, wenn du regelmĂ€ĂŸig, ich nenne es mal kleine Auszeiten einplanst. Dieses etwas falsches Essen und dann zu viel davon zu essen, gefĂ€llt mir nicht. Das wirkt auf mich wie ein Damoklesschwert.
Ich brauche das nicht planen, es ergibt sich von selbst. Es ist fĂŒr mich ein neutrales Verhalten. Nur der Glaubenssatz, dass diese Wechsel evtl. gesundheitlich nicht zutrĂ€glich fĂŒr mich sind, lĂ€sst mich dann auch denken, dass es besser wĂ€re, die Auszeiten oder Weg B, wie ich es oben genannt habe, gar nicht erst zu gehen. Dazu will ich mich aber auch nicht nötigen und es passt ja auch.

Da ich das von frĂŒher auch anders bei mir kenne, denn da habe ich Weg B nur situativ als Genussoption genutzt und mich nicht satt gegessen, kann es durchaus sein, dass dies gerade nur so eine Phase ist. Ich werde es weiter beobachten, denn nur das stellt es fĂŒr mich dar, wenn ich bemerke, dass ich ein BedĂŒrfnis nach Weg B in mir spĂŒre. Den ZusammenhĂ€ngen hoffe ich, mit der Zyklusbeobachtungen, auf die Spur zu kommen. Jetzt, in der Menopause, ist das nĂ€mlich bisher wie ein Blindflug fĂŒr mich und Symptome daher auch schwieriger zuzuordnen.

Du denkst ziemlich viel, das kann auch kontraproduktiv sein.
Wenn es belastende Gedanken wĂ€re, dann wĂŒrde ich dir zustimmen.
Ich komme mir dabei jedoch wie eine Forscherin vor, die was entdecken will und dazu ist darĂŒber nachdenken, in Relation setzen, auswerten und Optionen ĂŒberlegen, fĂŒr mich eine Freude, die ich gerne so erlebe.
 
Lediglich ein Glaubenssatz, dass diese Kombi beider Wege, Nachteile mit sich bringen kann, schwirrt manchmal noch in meinem Kopf herum. Vielleicht werde ich den, mit dem aktuellen Kurs von ihm los. ;)

Och jo,"Lloswerden-wollen" ist vielleicht genau das Problem.

Ich beschreibe es meist so:
FrĂŒhstĂŒcksbĂŒffet - da wird das Ego gebraucht um zu wĂ€hlen, was es denn heute sein soll. Deswegen sind aber nicht all die leckeren Dinge, die ich heute nicht wĂ€hle falsch. Sondern sie bleiben als Möglichkeit fĂŒr morgen oder ĂŒbermorgen oder wannauchimmer bestehen. Ich muss mit der aktuellen Wahl im Jetzt nicht auch noch ein Urteil fĂ€llen. Das verlangt niemand von mir außer meinem Ego, das gewohnt ist, mich zu dominieren und in Schwierigkeiten zu bringen.

Ich kann wĂ€hlen, was ich jetzt will und den Rest einfach außer Acht lassen - in Ruhe und Frieden damit statt im Krieg.
 
Och jo,"Lloswerden-wollen" ist vielleicht genau das Problem.
Das ist ein guter Punkt!
Hatte ich in dem Zusammenhang jetzt nicht so auf dem Schirm.

Kurt Tepperwein erklÀrte in seinem Kurs, dass jede Absicht Karma erzeugt. Oft kommt es mir schon so vor, dass ich bereits ziemlich absichtslos bin und dann kommt sowas.^^ :rofl:
 
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